Archiv der Kategorie: Kultur

Frühlingsball im Palmengarten Frankfurt

Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur versammelten sich am gestrigen Samstag in Frankfurt – nicht etwa um Karneval zu feiern, sondern um eine alte Tradition wieder aufleben zu lassen: In den Räumlichkeiten des Frankfurter Palmengartens hatte die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten zum ersten Frühlingsball eingeladen. Die Erlöse der Veranstaltung flossen der Stiftung zu.

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Im Gesellschaftshaus und im angrenzenden historischen Palmenhaus wurde bis in die Morgenstunden getanzt und ausgelassen gefeiert – ganz so, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten in den Räumlichkeiten des Palmengartens üblich war.
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Im wunderschön dekorierten Gesellschaftshaus genossen die Gäste ein 3-Gang Menü von Alfred Friedrich (Chef de Cuisine des Gesellschaftshauses Palmengarten), bevor unter Moderation von Sibylle Nicolai zur Musik der Band Noble Composition mit Sängerin Bonita und Modern-Talking-Legende Thomas Anders getanzt wurde. Nicht nur die Frühlingsblumenausstellung, auch das historische Palmenhaus mit Bars und Entertainment lud zum Flanieren ein, in der Galerie im Palmenhaus war eine Club-Diskothek untergebracht.

Rockte das Gesellschaftshaus des Palmengartens - Thomas Anders
Rockte das Gesellschaftshaus des Palmengartens – Thomas Anders

Die Räumlichkeiten des Palmengartens und die Außenanlagen erstrahlten in farbigem Glanz eines eigens für den Abend konzipierten Beleuchtungskonzeptes, Tausende von Blüten waren von Floristen und Gärtnern in kunstvollen Arrangements für den Abend verarbeitet worden.

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Große Dürer-Ausstellung im Städel eröffnet

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Vom 23. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 widmet das Städel Museum Frankfurt unter dem Titel „Dürer. Kunst – Künstler – Kontext“ dem wohl bedeutendsten deutschen Renaissancekünstler Albrecht Dürer (1471–1528) eine umfassende Sonderausstellung.

Für die Ausstellung wurden mehr als 280 Werke als Leihgaben aus den renommiertesten Kunstsammlungen der Welt, wie der National Gallery London, dem Museo Nacional del Prado in Madrid, der National Gallery of Art in Washington, dem Pariser Louvre, dem British Museum in London, den Staatlichen Museen zu Berlin, den Uffizien in Florenz, dem Amsterdamer Rijksmuseum oder dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles zusammengetragen.

Albrecht Dürer: Migrantenkind und Universalgenie

Dürer wird als Kind ungarischer Eltern 1471 in Nürnberg geboren. Als Maler und Goldschmied zeigt er früh ungewöhnlich vielfältige Begabungen. Er fertigt aufwendige Auftragsarbeiten für Kaufleute, Adelige und Kaiser an, widmet sich darüber hinaus aber vor allem in der zweiten Lebenshälfte sehr intensiv (kunst-)theoretischen Themengebieten und geht wissenschaftlichen Fragestellungen nach.

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Von Anfang an ist Dürer aufstiegsbestrebt – dass dafür auch Bildung entscheidend ist, weiß er allzu gut. Darüber hinaus sorgen seine Frau und Dürers Mutter für ein funktionierendes Marketing und gute Umsätze. Die „Marke Dürer“ mit dem berühmten „AD“ wir zu einem der ersten „Brandings“ der Geschichte. Auch gegen Plagiate setzt Dürer sich lautstark zur Wehr.

Die Messestadt Frankfurt war für Dürer in wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig: die hier stattfindenden Kunstmessen waren ein wichtiger Umschlagsplatz für seine Werke.

Dürer stirbt 1528 im Alter von 57 Jahren.

Mit der Dürer-Ausstellung kehrt der Helleraltar fast vollständig nach Frankfurt zurück

Anlass und Aufhänger für die Ausstellung im Städel sah man in der Möglichkeit, die einzelnen, sonst verstreuten Teile des Frankfurter „Heller-Altars“ zusammenzuführen und der Öffentlichkeit zu zeigen. Das Auftragswerk für das Ehepaar Heller war für die Dominikanerkirche angefertigt worden, wo sich die Eheleute vor dem Altar beisetzen ließen. Schließlich wurden die einzelnen Teile des Altars jedoch als Kunstschätze getrennt und weit verstreut. In Frankfurt findet der Altar nun für die Ausstellung wieder (fast komplett) zusammen. Abgesehen von dem selbstredend imposanten Kunstwerk an sich, erschließt sich das Besondere dieses Meisterwerkes wenn man weiß, dass es Dürer höchst selbst war, der dieses umfassende Werk in allen Einzelheiten geschaffen hat – seine Werkstatt war entgegen der Gepflogenheiten nicht beteiligt.  Allerdings gibt Dürer schon zu Lebzeiten zu, dass sich dieser Aufwand für ihn überhaupt nicht gerechnet hat – selbst das von Heller nachträglich geforderte und von diesem zähneknirschend gezahlte Zusatzhonorar machte den Aufwand nicht wett.

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Helleraltar – Vorder- und Rückseite | (c) Foto: D&L/cdl.

 

Viele herausragende Werke Dürers in der Ausstellung zu sehen

Rund 200 der 280 gezeigten Werke stammen von Dürer selbst und zeigen die Breite und Vielfalt seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.

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Vergleichende Arbeiten und Adaptionen seiner deutschen, niederländischen und italienischen Künstlerkollegen dokumentieren zudem den gegenseitigen Einfluss und illustrieren Dürers Einbettung in das Kunstgeschehen seiner Zeit, veranschaulichen aber auch die Einzigartigkeit seines Stils.

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Mitte: Albrecht Dürer (1471–1528) – Der heilige Hieronymus im Studierzimmer
rechts: Lucas van Leyden (1494–1533) – Der heilige Hieronymus im Studierzimmer
links: Joos van Cleve (1485–1540) – Der heilige Hieronymus im Studierzimmer
© Fotos: Staedelmuseum

Auf einige der bekanntesten Werke Dürers werden die Besucher in Frankfurt allerdings verzichten müssen.  So fehlt z.B. das berühmte Portrait Dürers Mutter oder die betenden Hände. Die (licht-) empfindlichen Werke werden nur in bestimmten Turnussen gezeigt und stehen nicht uneingeschränkt als Leihgaben zur Verfügung. In Anbetracht der Fülle der gezeigten Werke und angesichts der Dichte dieser großartigen Ausstellung wird das aber sicherlich zu verschmerzen sein.


Max Hollein dankt Team und Sponsoren

Neben seinem Team, das insgesamt 3 Jahre an der Ausstellung gearbeitet hat,  dankte der Direktor des Städels, Max Hollein, in der Pressekonferenz am Vortag der Ausstellungseröffnung vor allem den zahlreichen Sponsoren, allen voran der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Firma Schott lieferte die z.T. sehr großformatigen Verglasungen für einzelne Werke. Holleins Dank ging aber auch an den Kurator und Sammlungsleiter „Alte Meister“ im Städel, Prof. Dr. Jochen Sander, „ohne dessen Fachwissen eine solche Ausstellung nicht möglich gewesen wäre.“

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Dürer digital

Als Novum steht im Städel zur Ausstellung diesmal auch eine App zur Verfügung. Über den Apple-Store kann sie bereits heruntergeladen werden. Ein Android-Version soll in den kommenden Tagen folgen. Ein Kurzfilm zur Ausstellung steht ebenfalls bereit (hier).

 

Infos im Überblick:

Dürer. Kunst – Künstler – Kontext
23. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
www.staedelmuseum.de
www.duerer-in-frankfurt.de

 

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, Familienkarte 20 Euro
(diverse Ermäßigungen und Gruppentarife)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Katalog: Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog im Prestel-Verlag erschienen,
(Hg. Jochen Sander, ca. 400 Seiten, 39,90 Euro)

 

neue Ausstellungsräume für das MMK

TaunusTurm Süd-Westseite, Sicht über Gallusanlage

Das MMK erhält eine neue Dependance. Damit geht nach langem Warten der Wunsch nach mehr Ausstellungsfläche für die 5.000 Werke internationaler Gegenwartskunst in Erfüllung.

Das Museum erhält zusätzlich zu seinem Hauptgebäude an der Domstraße und dem gegenüberliegenden MMK Zollamt ab Mitte 2014 eine langfristige Dependance in dem von Tishman Speyer und der Commerz Real AG neu errichteten TaunusTurm Hier kann das MMK – zunächst für 15 Jahre – weitere ausgewählte Werke seiner Sammlung der Öffentlichkeit präsentieren. Den Großteil der Kosten für den Betrieb der neuen Dependance tragen in den kommenden Jahren Partner des Museums wie der Unternehmer Stefan Quandt, die Ernst-Max-von-Grunelius-Stiftung sowie die Helaba. Das Ziel ist die komplette private Finanzierung der gesamten Betriebskosten.

Neben den Ausstellungsräumen im zweiten Obergeschoss wird es im Erdgeschoss einen MMK Buchladen und ein Café geben.

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Verdi Premiere an der Oper Frankfurt – „Die sizilianische Vesper“ zum ersten Mal in der französischen Fassung in Frankfurt.

Verdi goes Bloccupy. Noch vor gut zwei Wochen fanden sich Absperrgitter und behelmte Ordnungshüter vor dem Schauspielhaus, nun kann man sie auf der Bühne der Frankfurter Oper als Requisite und handelnde Akteure erneut erleben. Verdis politischste Oper hatte am Sonntag Premiere und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

©Thilo Beu
©Thilo Beu

„Sizilianische Vesper“ ist der in die Irre führende Name eines mittelalterlichen Befreiungskampfs, der nach blutigen Auseinandersetzungen und Massakern die Vertreibung der französischen Besatzungsmacht von der italienischen Insel zur Folge hatte. Verdi erzählt in seiner Oper die „Vorgeschichte“ dieses Kampfes.

Zur Handlung:
Guy de Montfort  ist Statthalter der Franzosen auf Sizilien und beim Volk verhasst. Neben vielen anderen fällt ihm auch der Bruder der Herzogin Hélène zum Opfer, die daraufhin zusammen mit ihrem Geliebten Henri beschließt den Tyrannen zu töten. Diese Pläne werden durch die Ankunft des Arztes Procida noch angeheizt. Kurz vor der Durchführung des Komplotts erfährt Henri, dass er der illegitime Sohn Montforts ist und verhindert das Attentat. Die übrigen Verschwörer werden verhaftet und sollen hingerichtet werden. Monfort bietet jedoch an, sie laufen zu lassen, sollte Henri ihn als seinen Vater anerkennen. Hin- und hergerissen willigt Henri schließlich ein.

©Thilo Beu
©Thilo Beu

Monfort lässt die Verschwörer frei und befiehlt die Hochzeit von Henri und Hélène als versöhnende Geste zwischen Frankreich und Sizilien. Procida will jedoch die Hochzeitsfeierlichkeiten dazu nutzen, seine Umsturzpläne endlich in die Tat umzusetzen. Hélène erfährt davon und verweigert Henri ihre Hand. Monfort lässt dennoch die Hochzeitsglocken läuten und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Obwohl der Vergleich mit den aktuellen Ereignissen  (siehe oben) nahe liegen würde,  geht die Inszenierung von Jens-Daniel Herzog weiter und entwirft ein universelles und zeitloses Panorama politischen Widerstands. Bühnenbild und Kostüme von Mathis Neidhardt zeigen Wirtschaftswunder-Architektur und südamerikanische Polizeiuniformen. Sizilianer, die an die Aufständischen des 17. Junis in Ost-Berlin erinnern, revoltieren gegen französische Invasoren in Gestalt von Hedgefond-Managern und Bankdirektoren. So wird auf eindringliche Weise die geschichtliche Kontinuität des Widerstands gegen bestehende Verhältnisse deutlich, der  den politischen Diskurs der letzten 60 Jahre entscheidend mit geprägt hat. Regisseur Jens-Daniel Herzog zeigt uns einen Verdi, der moderner im besten und vielfältigsten Sinne nicht sein könnte.

© Thilo Beu
© Thilo Beu

Zum ganz besonderen Glücksfall wurde der Abend durch das Zusammentreffen dreier Debütanten an der Oper Frankfurt. Der hawaiianische Bariton Quinn Kelsey zeigt einen bedrohlichen Machtmenschen Montfort,  dessen Fassade unter dem Ansturm väterlicher Gefühle auf das anrührendste zerbricht. Raymond Aceto in der Rolle des Procida gibt den Widersacher Montforts als politischen Fanatiker, kalt, berechnend, ein „Carlos“ mit beeindruckend präziser Stimme. Dazu ein souveränes Orchester unter der Leitung des erst 36jährigen Pablo Heras-Casado. Alfed Kim (Henri) und Elza van den Heever (Hélène) verabschieden sich mit ihren Partien vom Ensemble der Oper und vom Frankfurter Publikum. Als Gäste werden sie jedoch auch in Zukunft in Frankfurt zu sehen sein.

Verdi wird auch in den Wochen bis zum Ende der Spielzeit Anfang Juli noch eine große Rolle spielen. OPER FINALE  beschäftigt sich eingehend mit Werk und Wirkung des Komponisten, dessen Geburtstag sich heuer zum 200. Mal jährt. Neben den weiteren Aufführungen der Sizilianischen Vesper am 22., 27. und 30. Juni, sowie am 3. und 6. Juli stehen noch Aufführungen von Don Carlo, Ein Maskenball und Otello auf dem Spielplan. Darüber hinaus stellt die Oper Frankfurt Verdis Kammermusik, sein Liedwerk und andere „Verdiana“ vor. Künstler, Komponisten und Publizisten beschäftigen sich mit der anhaltenden Aktualität des Komponisten.

Alle Infos zu diesen Veranstaltungen, sowie Online Tickets unter www.oper-frankfurt.de

Boris Drabant für rund-um-frankfurt.net

Januar Erkältungszeit? Wie Sie gut durch die kalten Monate kommen.

Gehören Sie auch zu denjenigen, die es bei jeder Erkältungswelle erwischt, oder haben Sie Glück und überstehen die kalte Jahreszeit ohne Probleme? So oder so: Im Winter wird unser Immunsystem ganz schön gefordert.

Erkältungen haben in der Regel einen typischen Verlauf. Auf eine Infektion folgt die Reaktion des Immunsystems. Ist es stark genug, bleiben die bekannten Erkältungs-Symptome aus. Im anderen Fall kommt es zu Husten, Schupfen, Hals- und Gleiderschmerzen, die sich in der Regel auch zeitlich nach einen festen Muster zeigen (siehe Grafik).

Wer wirkungsvoll etwas für sein Immunsystem tun möchte, sollte es das ganze Jahr über, aber vor allem in der kalten Jahreszeit stärken. Dazu gibt es neben einigen nicht zu unterschätzenden Hausmitteln auch in Apotheke und Drogerien geeignete Arzneimittel.

Leinöl gilt als entzündungshemmend und soll das Immunsystem stärken. Es wird gerne in Verbindung mit Quark und Aroniasaft vorbeugend verzehrt, denn auch Aroniasaft ist gesund und stärkt das Immunsystem. Achtung: Leinöl darf nur gekühlt gelagert werden – deshalb unbedingt auch beim Kauf darauf achten, dass das Leinöl beim Händler im Kühlregal steht.

Im Ayurveda wird traditionell Ingwer zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt – z.B. in der Kombination mit Honig und Zitrone.

Zink und Vitamin C sind in der Erkältungszeit besonders wichtig, wobei Zink auch ein wichtiges Antioxidans ist und die Zellen schützt.

Wem es zu kompliziert ist, aus frischen Zutaten selber einen immunstärkenden Cocktail oder ein Heißgetränk zuzubereiten, der kann auf fertige Produkte zurückgreifen (z.B. tetesept „Heiße Acerola mit Salbei“, zuckerfrei).

Stress, Schlafmangel und eine unzureichende Nährstoff- und Vitamin-Versorgung können sich negativ auf das Immunsystem auswirken. Schlaf ist deshalb auch ganz besonders wichtig, wenn sich mit Gliederschmerzen die ersten Anzeichen einer Erkältung zeigen. Erkältungsbäder (z.B. von tetesept) sind ebenfalls hilfreich. Sie entspannen den Körper und regen die Durchblutung an. Ätherische Öle wirken sich wohltuend auf die Atemwegen aus. Vorsicht jedoch bei Fieber, dann darf auf keinen Fall gebadet werden!

Bei Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Heiserkeit hilft ein Honig-Ingwer-Tee (Rezeptbeispiel hier) oder eine Salbei-Tee. Wichtig ist, die Schleimhäute feucht zu halten, denn trockene Schleimhäute können die Erkältungsviren nicht aus den Luftwegen abtransprotieren. Viel zu trinken – Wasser und Kräutertees – ist in diesem Zusammenhang wichtig. In der Apotheke bekommen Sie auch spezielle Sprays zur Befeuchtung der Schleimhäute. Halten Sie den Hals warm und lutschen Sie bei Bedarf auch Halstabletten, die den Schmerz lindern und antibakteriell wirken (z.B. „Anginosan“ von tetesept).

Gegen Schnupfen helfen Nasensprays, wobei es wichtig ist, dass sie die Schleimhäute nicht zusätzlich austrockenen. Sie sollten deshalb unbedingt auch befeuchtende Eigenschaften haben (z.B. „Meerwasser Nasen Spray“ von tetesept oder das neue „Nasen Gel Spray“ von tetesept). Achten Sie bei der Verwendung von Nasensprays aber unbedingt auf Produkte, die frei von Konservierungsstoffen sind und keine Gewöhnungseffekte auslösen. Auch bei hartnäckigem Schnupfen gilt: Unbedingt viel trinken! Und wenn dieser abgeklungen ist, hilft eine Heilsalbe, die geschundene Nase zu pflegen.

Husten ist ein Schutzreflex, mit dem die Atemwege versuchen, sich von den Erkältungsviren zu befreien. Er begleitet eine Erkältung fast immer und neigt dazu, sich festzusetzen. Wer ein Medikament gegen den Husten nehmen möchte, sollte sich beim Artz oder in der Apothek gründlich beraten lassen. Besondere Vorsicht ist bei Personen geboten, deren Lungen bereits angegriffen sind (z.B. Asthmatiker). Wer fieberfrei ist, kann auch jetzt wieder ein Erkältungsbad nehmen, um die Bronchien zu entspannen.

Quellen: tetesept, eigenen Recherchen, www.cala-kocht.de
Quellen Bildmaterial: Merz

d&l / cdl. 01/2013 (hf bis 9/2013)

Mein Buch des Jahres: Mira Magén, Wodka und Brot

„Ein schönes Lied“, sagte ich.
„Die Melodie ja, aber der Text? Ich weiß nicht. Kennst du jemanden, der über die Terrasse verschwunden ist?“
„Mein Mann. Nicht über die Terrasse, aber er ist verloren gegangen.“
(Mira Magen, Wodka und Brot, S. 272)

Seit Jahren verschenke ich zu Weihnachten gerne mein persönliches „Buch des Jahres“. Dieses Jahr hat dieses Buch allerdings lange auf sich warten lassen und ich hatte schon befürchtet, mit der Tradition brechen zu müssen. Zeruya Shalevs „Für den Rest des Lebens“ (erschienen im Januar) legte ich nach mehreren gescheiterten Versuchen, bei der Sache zu bleiben, vorläufig beiseite (obwohl ich zu den wirklich eingefleischten Fans von Zeruya Shalev gehöre und sehr auf dieses Buch gewartet hatte). Die so widersprüchlich bewerteten „Fliehkräfte“ von Stephan Thome machten mich nicht wirklich froh (siehe meine Rezension hier). Schließlich las ich im November den Roman „Lola Bensky“ von Lily Brett, der definitv diesen WOW-Effekt in mir auslöste (Bericht folgt). Ihn zu verschenken wäre mir allerdings schwer gefallen. Schließlich erhielt ich im November „Wodka und Brot“ von Mira Magén zur Rezension (erschienen im Oktober 2012) und war nach wenigen Seiten überwältigt. Dass das mein „Buch des Jahres“ werden würde, war sofort klar.

Die Geschichte zu erzählen wäre unklug, sie anzureißen ist schwieirg, ohne sich in vagen Andeutugen und Allgemeinplätzen zu verlieren. Als „Eckdaten“ deshalb nur soviel: Eines Tages beschließt Gideon, ein erfolgreicher Rechtsanwalt, Frau und Sohn zu verlassen, um sich – sagen wir – eine Art „Auszeit“ zu nehmen. Amia bleibt mit ihrem Sohn Nadav und vielen Fragen allein zurück – auch mit der Frage, welche Wendungen ihr Leben jetzt nehmen wird.

Mira Magén erzählt von gescheiterten Menschen, gebrochenen Biographien, von Verbitterung, Angst und Wut, aber auch von Zärtlichkeit, Mut und tiefen zwischenmenschlichen Begegnungen. Wo Thomes Fliehkräfte seinen Protagonisten haltlos an der Oberfläche paddeln ließen, taucht Mira Magen ohne weitschweifende Analysen und irgendwie auch ohne viele Worte zu machen tief ein in menschliche Abgründe. Dabei verzeiht man ihr problemlos manche allzu glatte Wendung, die eine oder andere unrealisitische Konstruktion – bzw. liest man darüber hinweg, weil es unwichtig ist. Der Roman hat genau das, was es braucht um ihn zu meinem „Buch des Jahres“ zu machen“ – er hat Sogwirkung, ich war nicht wegzubekommen von ihm und nach dem letzten Schließen der Buchdeckel blieb nur ein einziges Wort: wow.

Mira Magén, Wodka und Brot
dtv premium
Aus dem Hebräischen übersetzt von Mirjam Pressler
Deutsche Erstausgabe
400 Seiten
ISBN 978-3-423-24923-2

d&l 12/2012, cdl.

 

 

Hörbuch-Tipp: Eric-Emmanuel Schmitt „Die Frau im Spiegel“

Spannend und unterhaltsam: Eric-Emmanuel Schmitt konstruiert einen Roman um drei Frauenfiguren aus ganz unterschiedlichen Epochen – drei Frauen, die sich aus den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit befreien.

Die Flämin Anne lebt zur Zeit der Renaissance in Brügge. Sie fühlt sich zur Mystik und zur Gemeinschaft der Beginen hingezogen. Heiraten und Kinder bekommen, wie man es von ihr erwartet, möchte sie nicht. Am Tag ihrer Hochzeit flieht sie Hals über Kopf in die Wälder.

Hanna ist in ihrer Ehe kinderlos geblieben und hat eine Zwangsneurose entwickelt. Deshalb begibt sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im kaiserlichen Wien in eine „psychoanalytische Kur“ bei einem Freud-Schüler. „Doktor Caligari“ hilft ihr, sich selbst und ihre Wünsche besser zu verstehen und ermutigt sie, sich von den Erwartungen der Gesellschaft nicht in einer Rolle zwingen zu lassen.

Die Schauspielerin Anny Lee lebt im heutigen Los Angeles. Sie ist erfolgreich, begehrt und steht als gefeiertes Hollywood-Sternchen im Licht der Öffentlichkeit. Glücklich ist sie nicht. Drogen, Alkohol und Sex bestimmen ihr Leben.

Aller drei Frauen eint das Gefühl anders zu sein, die Erwartungen der Gesellschaft nicht erfüllen zu können – und es auch nicht zu wollen. Alle drei kämpfen um ihre Position im Leben. Auch ihre Geschichte ist auf sonderbare Weise ineinander verwoben – doch Details zu verraten, würde zu viel von der Spannung nehmen. Denn das ist der Roman vor allem – ungeheuer spannend. Deshalb ist er für ein Hörbuch als geradezu prädestiniert. Noch dazu wenn es so hervorragend gelesen ist. Manchmal blieb ich beim Heimkommen vor dem Haus im Auto sitzen, weil ich mich nicht losreißen konnte…

Eric-Emmanuel Schmitt gelingt es, sensibel in die Not der drei Frauen einzutauchen und (ohne zu kompliziert zu werden) eher intuitiv und sehr mutig zu deuten. Besonders Anne von Brügge und die neurotische Hanna sind sehr gut gelungen, Anny Lee fand ich allerding mächtig überzeichnet, hier wäre weniger für mein Empfinden mehr gewesen. Im Übrigen gelingt es dem Roman auch neugierig zu machen – ich habe mir vorgenommen, mich einmal intensiver mit der Beginen oder den frühen Zeiten der Psychoanalyse zu beschäftigen – beide Themen fand ich sehr spannend und habe mich gefreut, auf so angenehme Weise auch etwas dazuzulernen.

Der Autor Eric-Emmanuel Schmitt hat bereits Millionen von Lesern mit seinen Büchern begeisterte. Die wohl bekanntesten dürfen „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ und „Oskar und die Dame in Rosa“ sein. Er ist vor allem für leichte Unterhaltung bekannt und so ist auch „die Frau im Spiegel“ leichte, unterhaltende Prosa – übrigens auch ein schönes Geschenk.

Eric-Emmanuel Schmitt „Die Frau im Spiegel“
Hörbuch, Argon-Verlag
7 CDs in Klappdeckelbox (8 Stunden, 37 Minuten Spielzeit)
24,95 €

D&L/cdl. 11/2012

Stephan Thome, Fliehkräfte (Buchbesprechung)

Erkläre uns einer die Männer…

Wenn man weiß, dass ein Buch für einen großen Buchpreis nominiert ist, schreibt man unweigerlich voreingenommen. Das gilt auch (und vielleicht insbesondere) wenn man selber nach dem Lesen eher verhalten positiv gestimmt war. Unweigerlich unterzieht man die eigene Wahrnehmung einer Inspektion. Hat man etwa unter falschen Voraussetzungen, gar mit einer verzerrten Perspektive gelesen? Und doch: mir haben es die „Fliehkräfte“ keineswegs so sehr angetan, wie anderen Rezensenten – und das mag tatsächlich an meiner Perspektive liegen.

Wenn mir jemand, den ich liebte (oder zu lieben glaubte), sagte, er halte es nicht aus, wo und wie er mit mir lebt, ihm falle die Decke auf den Kopf, er fühle sich leer und nutzlos, wolle weg, lieber heute als morgen – für mich wäre das ein klares Statement, an dem es nichts zu deuten gibt. Ganz egal, wie ich selber die Sache sähe, ich machte mir auf jeden Fall Gedanken – vermutlich sogar recht viele. Erst Recht, wenn dieser Zustand jehrelang anhielte, käme ich ganz schön in Bedrängnis und wüsste, dass ich zu handeln habe. Zumindest wüsste ich, dass ich reden muss, Dinge klären, Lösungen finden. Liegt das vielleicht daran, dass ich eine Frau bin? Ticken Männer ganz anders? Und ist das womöglich der große Verdienst des Romanes, dass uns die „Fliehkräfte“ einen wunderbaren Einblick in männliches Denken gewähren?

Hartmut Hainbach, der Protagonist der Romans nämlich sieht in den jahrelangen Apellen seiner Frau Maria keineswegs eine Handlungsaufforderung. Offenbar sieht er nicht einmal eine Notwendigkeit, die Dinge im Auge zu behalten. Wie vom Donner gerührt ist er, als Maria nach Jahren des Leidens und des Frustes (von dem er nicht wirklich etwas mitbekommen hat – oder mitbekommen haben will) Nägel mit Köpfen macht und allein nach Berlin geht. Und selbst dann noch ist er eigentlich voll und ganz mit sich beschäftigt, mit seiner Vergangenheit, seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen, seinem Leid, seinen Plänen. Erst recht, als er selber ein Angebot aus Berlin bekommt und darüber nachdenken muss, sein gewohntes Leben aufzugeben und seiner Frau zu folgen. Überall sucht er Antworten, auch bei anderen Frauen und schließlich in einer Reise. Er weiß zwar, dass er seine Frau zurück haben möchte, aber wirklich vorkommen tut sie in seinem Leben nicht – jedenfalls erscheint es mir so. Von allem, was sonst für ihn wichtig ist, handelt dieser Roman.

Hartmut Hainbach ist Ende Fünfzig und Philosophieprofessor in Bonn. Das ist er leidlich gern – im Gegensatz zu seiner Frau hat er sich auch mit dem Leben in Bonn abgefunden, auch damit, dass es mir einer Berufung nach Berlin – dem eigentlichen Plan – nie geklappt hat. Man hat ein Häuschen gekauft, die Tochter großgezogen und die einstigen Träume aufgeben, man hat das Leben eben einfach irgendwie fließen lassen. Jetzt ist die Tochter ausgezogen und Maria ist allein nach Berlin gegangen, wo sie am Theater im Ensemble ihres Exfreundes, eines berühmte Regisseurs, arbeitet und in einem für ihren Mann unverständlichen Provisorium lebt. In der Einsamkeit kommen Hartmut nach und nach dann doch Zweifel – am eigenen Leben, den getroffenen Entscheidungen und daran, ob es nicht vielleicht Sinn machen könnte, sich nicht mehr treiben zu lassen.
Das überraschende Jobangebot eines gemeinsamen Freundes, der einen Berliner Verlages leitet, bringt Hartmut an neue Grenzen – vielleicht sollte er doch über alle Unwägbarkeiten hinweg vermeintliche Sicherheiten aufgeben, die Zukunft selber in die Hand nehmen und einen Neuanfang wagen. Weil ihm in Bonn die Decke auf den Kopf fällt, macht er sich kurzentschlossen auf den Weg und begibt sich auf eine Reise mit vielen Zwischenstationen – über Paris, wo er eine Exfreundin besucht, nach Südfrankreich zu einen ehemaligen Fakultätskollegen, in die spanische Pilgerstadt Santiago de Compostela, wo die Tochter studiert, bis ins portugiesische Bergdorf Rapa, dem Heimatdorf seiner Frau.

Keine Frage: das Thema ist hochspannend. Man findet die  Lebensthemen einer ganzen (Akademiker-)Generation darin. Und sicherlich findet sich mancher auch ganz persönlich in den Fragen wieder, die Hartmut sich stellt – was Thomes Romanfigur erlebt, ist sicherlich für viele von uns nachvollziehbar und wir gehen alle irgendwann durch diese und ähnliche Krisen. Umso mehr hätte man sich natürlich über antworten gefreut.

Mein Problem mit dem Roman ist also keinesfalls der Stoff. Der ist toll. Die Thematik und die konstruierte Geschichte faszinierten mich und ich war sehr gespannt darauf, zum Wesentlichen vorzudringen – das leider nicht kam. Über viele, viele Seiten hinweg gab ich die Hoffnung nicht auf, dass sich unter der Oberfläche Brauchbares entwickeln würde. Das kommt auch, aber leider nur ansatzweise. Echten Tiefgang gibt es auf gefühlten 30 Seiten – und natürlich im Dialog mit einer Frau. Als Hartmuts Tochter Philippa den Vater nämlich nicht nur mit ihrer eigenen Entwicklung konfrontiert (und damit, dass er auch davon nicht wirklich viel mitbekommen hat) sagt sie ihm auch auf den Kopf zu, was für ein egoistischer und ignoranter Flegel er der Mutter gegenüber gewesen ist. Wie leicht zu täuschen und wie wenig interessiert er an wirklicher Nähe war. An diesem Punkt – schon ziemlich am Ende des Romans – hoffte ich dann auch ein letztes Mal auf die große Wende. Leider kam sie nicht. Es geht nach diesem Gespräch weiter in einem erzählerischen Plauderton, der weder inhaltlich noch sprachlich interessant ist. Sollte der Autor die Haltung Hainbachs und den Plauderton als Symbol für männliches (Problem)-Denken gewählt haben, gebührt dem ihm Hochachtung, denn das würde mir manches erklären – nicht nur was den Roman betrifft.

Mir persönlich ist der Stoff jedenfalls zu flach entwickelt, die Sprache enttäuschend und gewöhnungsdürftig, sehr verstrickt und immer wieder gespickt mit Formulierungen, die sehr aufgesetzt und gewollt wirken. Die vielen Rückblenden, Zeitsprünge, Bezüge und Überblendungen wirken auf mich wie gedankliche Überfrachtungen, die das Eigentliche, Wesentliche auch beim Lesen ständig verdrängen. Linear erzählt wäre der Roman wahrscheinlich noch weniger spannend geworden. Auch die mannigfaltigen autobiographischen Bezüge und Anspielungen wirken für meine Begriffe sehr aufgesetzt und sind mir eher unangenehm. Ihren Sinn verstehe ich nicht.

Man hätte es Hartmut (und dem Autor) gewünscht, dass sie ordentlich ins Nachdenken und Grübeln kommen, auch über das, was Frauen Männern oft vorwerfen: dass sie nicht zuhören, nicht wirklich präsent sind, in der Kommunikation und in ihrer Wahrnehmung oberflächlich sind. Lassen wir mal dahingestellt, ob dieser Vorwurf generell wirklich gerechtfertigt ist – zumindest ist Hartmut aber ein Paradebeispiel für diesen Typ Mann und eine Innensicht wäre hier höchst erhellend gewesen. So erfahren wir leider auch wenig darüber, ob die durchaus interessanten Impulse seiner Umwelt bei Hartmut überhaupt ankommen, ihn in irgendweiner Weise berühren und wie er sich mit ihnen auseinandersetzt – genau diese Auseinadersetzung wäre ja das eigentlich Spannende gewesen.

Natürlich finde ich, dass ein Autor Respekt verdient. Und der Job des Rezensenten ist zurecht stets ein fraglicher. Aber nach meiner Meinung gefragt, will ich es offen sagen: Warum die Fliehräfte für den »Deutschen Buchpreis« 2012 nominiert sind, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Aber vielleicht reden wir – ganz im Dilemma von männlicher und weiblicher Kommunikation gefangen – ja auch schon wieder an einander vorbei…

Stephan Thome: „Fliehkräfte“. Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin 2012. 474 Seiten, gebunden, 22,95 €.

Stephan Thome, 1972 in Biedenkopf geboren, studierte in Berlin Philosophie und Sinologie. Er  lebte mehr als 10 Jahre in Taipeh wo er zur chinesischen Philosophie forschte.

Die Bekanntgabe des Preisträges für den Deutschen Buchpreis 2012 erfolgt am 08. Oktober.

cdl./09/2012